Da die ibaQDR-Funktion nur ein Zusatz zur ibaPDA-Software ist und somit alle Leistungen von ibaPDA gleichzeitig mit der ibaQDR-Funktion auf einem System genutzt werden können, liegt der Gedanke nah, auf ein separates, reines ibaPDA-System zu verzichten. Dies ist aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzungen der Systeme nicht zu empfehlen. Stattdessen sollte bei Einsatz eines ibaQDR-Systems immer auch ein separates ibaPDA-System vorgesehen werden!
Das ibaPDA-System dient zur Diagnose und Analyse schneller Prozessereignisse. Es wird vorzugsweise für die Instandhaltung, Überwachung und Störungsanalyse genutzt. Damit ist es öfter erforderlich, die Signalkonfiguration zu ändern, z. B. um neue Signale aufzulegen. Jede Änderung der I/O-Konfiguration von ibaPDA bedingt aber ein Anhalten und Neustarten der Erfassung.
Das ibaQDR-System erfordert im Gegenteil dazu einen ununterbrochenen Betrieb, wenn die Produktion läuft. Mit jedem Stopp der Erfassung verliert ibaQDR die Synchronisation zum Produktionsprozess, sodass die bis dahin erfassten Daten in der Regel verloren sind und die Fertigproduktdateien nicht mehr erzeugt werden können. Mit jedem Neustart der Erfassung muss zunächst erst eine Synchronisation mit dem Produktionsprozess erfolgen. Das heißt, dass erst ein komplettes (Dummy-)Produkt die Anlage durchlaufen muss, bis alle Messorte wieder synchronisiert sind. Ein spontanes Arbeiten, wie es in der Instandhaltung manchmal erforderlich ist, wird damit behindert.
Darüber hinaus werden die Messsignale für das ibaQDR-System in der Regel einmal definiert und dann nicht oder nur sehr selten geändert. Solche Konfigurationsänderungen sollten im Rahmen von geplanten Anlagenstillständen vorgenommen werden.
Ein Teil der zu messenden Prozesssignale wird oft von beiden Systemen benötigt. Abhängig davon, über welche Schnittstellen die Messsignale von der Prozessautomatisierung an ibaPDA bzw. ibaQDR übertragen werden, sind verschiedene Lösungen für die Datenversorgung beider Systeme möglich.
PROFIBUS DP, Ethernet TCP/IP und andere Bussysteme: Messwerte, welche von der Automatisierung generiert werden und in beiden Systemen (ibaPDA und ibaQDR) aufgezeichnet werden sollen, sind in separaten Telegrammen einmal an das ibaPDA-System und ein weiteres Mal an das ibaQDR-System zu übertragen.
ibaNet: Über Lichtwellenleiter (LWL) eingekoppelte Messwerte (z. B. von ibaPADU, ibaLink, ibaFOB,...) können bei Bedarf von einem System zum anderen direkt über ibaFOB-OF-Link-Anschaltungen oder ibaBM-FOX-i-3o Module (LWL-Vervielfältiger) und LWL-Kabel weitergeleitet werden. Bei Verwendung von ibaFOB-OF-Link-Anschaltungen sollten die Signale zunächst in das ibaQDR-System geführt und von dort weitergereicht werden, da ibaQDR meist ständig in Betrieb ist.
ibaNet-E: Mit dem Ethernet-basierten Protokoll können die benötigten Signale sowohl von ibaQDR als auch von ibaPDA empfangen werden, wenn ibaNet-E-fähige Geräte die Datenquelle sind, z. B. ibaM-COM.
Darüber hinaus ist es hilfreich das ibaPDA-System für die Aufzeichnung und Analyse des vorhandenen Materialverfolgungssystems der Basisautomatisierung (Level 1) zu nutzen.
Auf jeden Fall sollte auf einem ibaQDR-System neben der QDR-Aufzeichnung stets auch eine zeitbasierte Standardaufzeichnung mit allen Signalen konfiguriert und genutzt werden. Die Aufzeichnung kann lokal und relativ kurzzeitig erfolgen. Sie leistet praktische Hilfe in Support-Fällen (Playback) und bei der Installation und Konfiguration des Systems.