Beschreibung

Ein Standardmessort ist ein universell verwendbarer Messort mit den im Folgenden beschriebenen Eigenschaften. Standardmessorte kommen in allen Anlagentypen zur Anwendung, insbesondere zur Tracking-Synchronisierung und an Stellen, wo Materiallängung auftritt.

Für jeden Standardmessort muss jeweils ein passendes Signal für die Tracking-ID und die Einlauf- bzw. Auslauflänge in der Materialverfolgung vorgesehen werden.

Typische Anwendungen

  • als Messort zur Tracking-Synchronisierung (z. B. Lochsuchgeräte)

  • alle Anlagentypen

  • Dicken- und Breitenmessgeräte

  • Walz- oder Dressiergerüste (ohne Reversieren)

Messorteigenschaften

Name

Tragen Sie hier einen eindeutigen Namen für den Messort ein.

Tracking-ID

Das Tracking-ID-Signal wird von der Materialverfolgung erzeugt und steuert mit der Änderung seines Wertes den Beginn und das Ende eines "Tracked Part" (z. B. Coil) an einem Messort. Das heißt mit jeder Wertänderung des Tracking-ID-Signals wird eine laufende Messdatei geschlossen und eine neue gestartet.

Es handelt sich um eine interne ID der Materialverfolgung, die mit einem analogen Signal abgebildet wird. Daher sind im Drop-down-Fenster zur Auswahl des Tracking-ID-Signals nur Analogsignale verfügbar. Textsignale werden hier nicht unterstützt.

Freigabe

Die Option Freigabe wurde ursprünglich eingeführt, um verschiedene Anlagenlayouts bzw. Fahrweisen abzubilden. Dies wird inzwischen aber fast immer einfacher gelöst, sodass der Default-Wert „Immer“ bei einer neuen Konfiguration sinnvoll ist.

Es werden nur dann Signale aufgezeichnet, wenn der Messort auch freigegeben (enabled) ist. Ist der Messort nicht freigegeben, dann werden die ihm zugeordneten Signale nicht aufgezeichnet und der Messort ist in der Produktdatei nicht enthalten.

Die Freigabe eines Messorts („Immer“) ist voreingestellt. Für die Messorte ML0 (Tracking-Start) und Abschlussmessort (Auslaufschere) ist die Freigabe fest eingestellt. Für alle anderen Standardmessorte und Messorte vor Tracking-Start (Schweißmaschine) ist sie variabel.

Die Freigabe kann auf „Immer“ oder „Nie“ eingestellt oder von einem (digitalen) Signal gesteuert werden (Freigabe = log. 1). Als Signale stehen alle digitalen Eingangssignale und virtuellen Signale zur Auswahl. Mithilfe der signalgesteuerten Freigabe können Messorte betriebsabhängig freigegeben oder deaktiviert werden, z. B. wenn Anlagenteile umfahren werden oder Maschinen nicht im Eingriff sind. Die Freigabesignale werden ständig auf Änderung überprüft. Wenn ein Zustandswechsel erkannt wird, der länger als 2 s anhält, dann wird die ibaQDR-Datenaufzeichnung gestoppt und anschließend automatisch mit der neuen Konfiguration gestartet.

Messort wird übersprungen, wenn keine Daten gefunden werden

Aktivieren Sie diese Option, wenn für einen Messort vorübergehend keine Messdaten entstehen, die Anlage und das ibaQDR-System aber weiterlaufen sollen. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn ein Aggregat betrieblich oder aus Wartungsgründen vorübergehend aus der Anlage entfernt wird.

Mit dieser Option lässt sich die Konfiguration eines Freigabe-Signals vielen Fällen ersetzen.

Maximale Verlängerung

Mit diesem Wert kann die geschätzte oder bekannte maximale Verlängerung, die das Material beim Passieren des Messorts erfährt, in % für den betreffenden Messort angegeben werden. Diesen Wert nutzt ibaQDR dazu, die erforderliche Auflösung der Länge an diesem Messort zu berechnen, um die Basis-Genauigkeit in der Produktdatei zu gewährleisten.

Typische Anwendungen: Walz- und Dressiergerüste, Streckrichter

Einlauf- und Auslauflänge

Für die meisten Messorte werden Einlauf- und Auslauflänge des Materials gleich sein, da das Material keine Verlängerung erfährt. Aber an einem Walz- oder Dressiergerüst, mitunter auch an Öfen und Streckrichtern, wird das Material in der Dicke reduziert, was zu einer Ausdehnung in der Länge führt.

Ein- und Auslauflänge differieren also und daher werden zwei Längenmesssignale benötigt, um die Messwertabbildung korrekt vornehmen zu können. ibaQDR verwendet die unterschiedlichen Ein- und Auslauflängen dazu, die Messdaten des Eingangsmaterials auf die Endlänge zu strecken, wenn das Fertigprodukt mit dem Schnitt an der Auslaufschere erzeugt wird.

Beim Erzeugen der ibaQDR-Messdatei prüft ibaQDR jeweils ob die Ausgangslänge eines Messorts mit der Eingangslänge des nachfolgenden Messorts übereinstimmt.

Siehe dazu auch Kapitel Längentransformationen in der Messdatei.

Head Cut/Tail Cut

Wenn sich vor diesem Messort eine Schopfschere befindet, mit der Schopfschnitte am Bandanfang (Head Cut) bzw. am Bandende (Tail Cut) vorgenommen werden, dann können die abgeschnittenen Längen in die Betrachtung mit einbezogen werden. Damit wird an diesem und an den folgenden Messorten die korrekte Längenzuordnung der Messwerte garantiert.

Wählen Sie hier jeweils das Signal aus, das die insgesamt abgeschnittene Länge an Kopf bzw. Fuß überträgt. Wenn es keine Schere vor diesem Messort gibt, wählen Sie "Kein Schnitt".

Weitere Informationen zu Head- und Tail Cut finden Sie außerdem im Kapitel zum Reversierenden Messort, Reversierender Messort .

Bandkopf und -ende spiegeln

Aktivieren Sie diese Option bei einem Messort, wenn sich die Produktionsrichtung im Vergleich zum vorherigen Messort umgekehrt hat. Dies ist z. B. bei Trägerwalzstraßen nach dem Quertransport des Materials auf den nächsten Rollgang der Fall, wo die Produktion in entgegengesetzter Richtung läuft.