Der Busmonitor ibaBM-DP dient zur zyklischen Datenerfassung in PROFIBUS DP-Netzwerken über die Erfassungssoftware ibaPDA. Durch zwei PROFIBUS-Anschlüsse kann das Gerät unabhängig in zwei getrennte PROFIBUS-Netzwerke eingebunden werden. Übertragungsraten bis 12 Mbit/s werden vom Gerät unterstützt und automatisch erkannt. Mit der Sniffer-Funktion des ibaBM-DP kann der zyklische Datenverkehr (nach DP-V0) auf dem PROFIBUS mitgehört und erfasst werden. Parallel können auf dem Gerät eigene Slaves aktiviert und direkt vom Master mit Daten beschrieben werden.
Auf der Lichtwellenleiter-Seite arbeitet ibaBM-DP standardmäßig mit dem ibaNet-Protokoll 32Mbit Flex. Damit werden Mess- und Konfigurationsdaten über eine bidirektionale LWL-Verbindung übertragen. Auf der ibaPDA-Seite ist dazu eine Lichtwellenleiter-Karte ibaFOB-D erforderlich. Die Abtastrate und Datenformate lassen sich flexibel einstellen. Maximal können 4060 Byte bei einem Abtastzyklus von 1,4 ms übertragen werden. Bei schnelleren Abtastzyklen reduziert sich die Datenmenge. Auch das Ausgeben von Daten aus ibaPDA über ibaBM-DP-Slaves ist bei 32Mbit Flex möglich.
Das Gerät bietet außerdem Kompatibilitätsmodi für die ibaNet-Protokolle 32Mbit und 3Mbit. Dies ermöglicht den Austausch der Vorgängergeräte ibaBM-DPM-S und ibaBM-DPM-S-64 ohne Änderungen an der Konfiguration in ibaPDA vorzunehmen. Die Kompatibilitätsmodi können auch mit älteren Lichtwellenleiter-Karten genutzt werden.
Für spezielle Anwendungsfälle stehen die zusätzlichen Betriebsarten Redundanzmodus, Simulationsmodus, Mirror-Modus, Mapping-Modus und der P2P-Modus zur Verfügung. Für die Betriebsarten Redundanzmodus, Simulationsmodus, Mirror-Modus und Mapping-Modus sind Zusatzlizenzen erforderlich.
Sniffer-Funktion
Durch die Sniffer-Funktion kann ibaBM-DP alle auf dem PROFIBUS DP versendeten Daten (zyklischer Datenaustausch nach DP-V0) mitlesen. Das Gerät muss lediglich an den PROFIBUS angeschlossen werden. Für die Nutzung der Sniffer-Funktion ist keine Projektierung des Gerätes als PROFIBUS-Slave erforderlich.
Die Erfassung von Slave-Querverkehr (DP-V2) wird nicht unterstützt.
Aktiver Slave
Auf dem ibaBM-DP-Busmonitor können bis zu 8 Slaves (Erweiterung auf 16 Slaves mit zusätzlicher Lizenz möglich) aktiviert werden. Der maximale Ausgangsdatenbereich jedes Slaves beträgt 244 Bytes, die vom Master beschrieben werden können. Aktive Slaves müssen über die mitgelieferte GSD-Datei projektiert werden. Die aktiven Slaves können beliebig auf beide PROFIBUS-Anschlüsse verteilt werden. Sniffer-Funktion und aktive Slaves lassen sich gleichzeitig nutzen.
Redundanzmodus
Mit der Option Redundanzmodus ist ibaBM-DP in der Lage, Daten an redundanten PROFIBUS-Strängen von S7-400H-Steuerungen mitzulesen und zu erfassen, sowohl als Sniffer wie auch als aktiver Slave. ibaBM-DP überwacht den Telegrammverkehr an beiden PROFIBUS-Strängen und erkennt dynamisch, über welchen Strang gerade gültige Daten gesendet werden, die dann mit ibaPDA aufgezeichnet werden. Dies hat den Vorteil, dass die Daten nicht doppelt erfasst werden müssen.
Fehlersituationen wie den Übergang einer CPU in STOP, den Ausfall einer Slave-Anschaltung oder Kabelbruch erkennt ibaBM-DP sofort und wechselt automatisch in das intakte Bussystem.
P2P-Modus
Der P2P-Modus (Peer-to-Peer) ermöglicht eine bidirektionale Systemkopplung über PROFIBUS zu iba-Geräten mit ibaNet 32Mbit-Schnittstelle (z. B. über ibaLink-VME zu VME-basierten Steuerungssystemen). Die Daten aus der ibaNet-Schnittstelle werden dazu auf bis zu 8 PROFIBUS-Slaves abgebildet.
Simulationsmodus
Mit der Option Simulationsmodus können Software und Konfiguration einer DP-Master-Station getestet werden, ohne dass die PROFIBUS-Peripherie physikalisch zur Verfügung steht. So lässt sich beispielsweise ein neues Steuerprogramm in einer Testumgebung prüfen. Teure Ausfallzeiten bei der Inbetriebnahme können somit reduziert werden.
Die im Master projektierten PROFIBUS-Slaves, die aber physikalisch nicht vorhanden sind, werden im Gerät simuliert. Es ist dafür nicht notwendig eine PROFIBUS-Projektierung im ibaBM-DP vorzunehmen, da das Gerät die Konfigurationstelegramme des Masters auswertet und daraus automatisch den erforderlichen Slave bildet.
Über eine TCP/IP-Telegrammschnittstelle werden die Eingangswerte der Slaves simuliert, sowie die Ausgangswerte abgefragt. Die Nutzung dieser TCP/IP-Schnittstelle zur Simulation der Anlage ist mit beliebigen Tools (z. B. ibaLogic) möglich.
Der Simulationsmodus ist nur für die Nutzung mit PROFIBUS-Mastern der Firma Siemens freigegeben.
Mirror-Modus
Die Option Mirror-Modus ist ideal geeignet für Modernisierungen, bei denen parallel zur laufenden Anlage ein neues Steuerungssystem im Testbetrieb mitlaufen soll. Mit einem PROFIBUS-Anschluss wird ibaBM-DP in den Original-PROFIBUS-Strang eingekoppelt. Der zweite Anschluss wird an das neue Steuerungssystem angeschlossen. ibaBM-DP spiegelt bzw. simuliert die Slaves aus dem Original-Strang im Parallelsystem, wobei die Eingangsdaten mitkopiert werden. Dadurch kann die neue Steuerung parallel mit den Original-Slaves und echten Eingangsdaten getestet werden. Über die Sniffer-Funktion lassen sich mit ibaPDA Signale aus dem Original- und Parallel-System gleichzeitig aufgezeichnet und vergleichen.
Mapping-Modus
Der Mapping-Modus bietet umfangreiche Möglichkeiten Daten zwischen zwei an Bus0 und Bus1 angeschlossenen PROFIBUS-Systemen auszutauschen. Die Funktionalität eignet sich für Modernisierungen, aber auch zur reinen Datenkopplung auf PROFIBUS-Ebene. Ein klassischer DP-DP-Kopplerbetrieb steht zur Verfügung, bei dem bidirektional Ausgangsdaten des einen Slaves auf den Eingangsdatenbereich des zugeordneten Slaves kopiert werden. Zusätzlich können die Ausgangsdaten vorhandener Slaves im PROFIBUS-System Bus0 mitgelesen und auf den Eingangsdatenbereich eines zugeordneten Slaves übertragen werden. In Summe können bis zu 8 solcher Zuordnungen (bei Erweiterung der aktiven Slaves sogar 16) genutzt werden. Die Funktionalität geht damit weit über einen klassischen DP-DP-Koppler hinaus.
Die wichtigsten Kennwerte im Überblick
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Busmonitor für PROFIBUS DP
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Anschlüsse für 2 PROFIBUS-Stränge bis 12 Mbit/s
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Sniffer-Funktion für rückwirkungsfreies Erfassen der zyklischen Master-Slave-Kommunikation (DP-V0)
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Bis zu 8 bzw. 161 aktive Slaves im Gerät konfigurierbar, beliebig verteilbar auf beide Anschlüsse
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Erfassung von bis zu 244 Bytes pro aktivem Slave
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Flexible Einstellung von Abtastrate, Datenformat und Datenmenge
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Unterstützung des ibaNet-Protokolls 32Mbit Flex: Übertragung von Konfiguration und Messdaten über bidirektionale LWL-Verbindung
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Kompatibilitätsmodus 3Mbit und 32Mbit ermöglicht Austausch der Vorgängergeräte ibaBM-DPM-S und ibaBM-DPM-S-64
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Request-Verfahren mit ibaPDA nutzbar für SIMATIC S7, FM458 und TDC
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Für spezielle Anwendungsfälle stehen die zusätzlichen Betriebsarten Redundanzmodus, Simulationsmodus, Mirror-Modus, Mapping-Modus und P2P-Modus zur Verfügung.
Für die Betriebsarten Redundanzmodus, Simulationsmodus, Mirror-Modus und Mapping-Modus sind Zusatzlizen erforderlich.
Lizenzmodell
Für einige Funktionserweiterungen sind zusätzliche Lizenzen erforderlich:
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Erweiterung der Anzahl der aktiven Slaves im Gerät von 8 auf 16
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Redundanzmodus
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Simulationsmodus
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Mirror-Modus
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Mapping-Modus
Hinweis |
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Lizenzen für Funktionserweiterungen sind an die Seriennummer des Geräts gebunden und werden über das Webinterface des Geräts oder über den I/O-Manager in ibaPDA durch die Eingabe eines Lizenzcodes freigeschaltet. Zum Erwerb von Lizenzcodes wenden Sie sich an die iba AG. |
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Bestelldaten
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Bestell-Nr. |
Produktbezeichnung |
Beschreibung |
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13.121001 |
ibaBM-DP |
Busmonitor: Datenerfassung am PROFIBUS DP |
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13.321001 |
ibaBM-DP-Upgrade-8Slaves |
Upgrade um 8 weitere, aktive PROFIBUS-Slaves |
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13.321021 |
ibaBM-DP-Upgrade-Redundancy |
Upgrade für Redundanzmodus |
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13.321011 |
ibaBM-DP-Upgrade-Simulation |
Upgrade für Simulationsmodus |
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13.321031 |
ibaBM-DP-Upgrade-Mirror |
Upgrade für Mirror-Modus |
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13.321032 |
ibaBM-DP-Upgrade-Mapping |
Upgrade für Mapping-Modus |

