Beschreibung

Ein reversierender Messort ist ein Messort, der vom Material mehrfach jeweils in entgegengesetzter Richtung vollständig durchlaufen wird. Das heißt, das Reversieren von Teilabschnitten eines Produkts kann mit ibaQDR zzt. noch nicht abgebildet werden.

Intern wird jeder Durchlauf ("Stich") separat aufgezeichnet, als wären es mehrere Messorte, die nacheinander durchlaufen werden. Bei der Lizenzierung wird daher auch die konfigurierte, maximale Stichzahl bei der Anzahl der Messorte betrachtet.

Für die korrekte Abbildung der Daten werden für jeden zweiten Stich (gerade Stichnummer) Kopf und Ende der längenbezogenen Messreihen vertauscht.

Typische Anwendungsfälle

  • Reversiergerüst (mit Materiallängung)

  • Staucher-Vorgerüst-Kombination (mit Materiallängung)

  • Coil-Box (ohne Materiallängung)

Beispiel für ein Vorgerüst im Warmwalzwerk (reale Daten):

Die folgende Abbildung zeigt den zugehörigen Signalverlauf zu den drei Stichen:

Messorteigenschaften

Name, Tracking-ID, Freigabe, Maximale Verlängerung, Ein- und Auslauflänge wie beim Standardmessort

Der Wert für Maximale Verlängerung gilt pro Stich und nicht über alle Stiche insgesamt!

Head Cut/Tail Cut

Wenn nach diesem Messort ein oder mehrere Schopfschnitte am Bandanfang (Head Cut) bzw. am Bandende (Tail Cut) vorgenommen wurden, dann muss der Längenwert des Bandes um diese abgeschnittenen Längen korrigiert werden. Damit wird an diesem und an den folgenden Messorten die korrekte Längenzuordnung der Messwerte garantiert.

Wählen Sie hier jeweils das Signal aus, das die insgesamt abgeschnittene Länge an Kopf bzw. Fuß überträgt. Wenn es keine Schere nach diesem Messort gibt, wählen Sie "Kein Schnitt".

Die folgende Abbildung zeigt am Beispiel eines Vorgerüsts, dass zwischen dem ersten und dem zweiten Stich sowohl ein Head Cut als auch ein Tail Cut ausgeführt wurde. Die rote und die blaue Kurve zeigen die abgeschnittenen Längen. Demnach ist die Eingangslänge (grüne Kurve) zum zweiten Stich gleich der Ausgangslänge (magentafarbene Kurve) des ersten Stichs abzüglich der beiden Schnittlängen.

Stichnummer

Wählen Sie hier ein Analogsignal aus, das die Stiche zählt. Das Signal sollte von der Anlagensteuerung bzw. Materialverfolgung zur Verfügung gestellt werden.

Wenn kein Material vorhanden ist, sollte der Wert 0 sein. Für den ersten Stich sollte der Wert 1 sein, für den zweiten Stich 2 usw.

Letzter Stich

Hier können Sie ein Digitalsignal auswählen, das anzeigt, wenn der letzte Stich gefahren wird. Diese Einstellung ist optional. Sie benötigen das Signal nur dann, wenn an dem reversierenden Messort eine Produktdatei für das "Tracked-Part" (z. B. Einsatzbund) erzeugt werden soll.

Wenn das Signal genutzt werden soll, muss es für die gesamte Dauer des letzten Stichs log. 1 (TRUE) sein.

Maximale Anzahl Stiche

Stellen Sie hier die maximale Anzahl Stiche n ein, die auf der Anlage gefahren werden. Mit diesem Wert n wird vorgegeben, wie viele Instanzen des Messorts in der Produktdatei angelegt werden. Mit jedem Stich werden die Signalwerte in einer Instanz abgespeichert. Jede dieser Instanzen wird automatisch mit einer Bezeichnung versehen, die die Stichnummer enthält. Die Instanz n entspricht stets dem letzten Stich, Instanz n-1 dem vorletzten Stich usw.

Werden mehr Stiche gefahren als die hier eingestellte maximale Anzahl n, dann werden in der Produktdatei nur die Daten der letzten n Stiche gespeichert.

Wenn weniger Stiche als die einstellte maximale Anzahl n gefahren werden, dann werden nur die letzten Stiche bzw. die letzten Instanzen gefüllt und die ersten Stiche enthalten keine Daten.

Moduloffset pro Stich

Da die Signale, die dem reversierenden Messort zugewiesen sind, mit jedem Stich in der Produktdatei hinzugefügt werden, können sie nicht ihre ursprüngliche Signal-ID behalten. Ansonsten würde es mehrere Signale mit der gleichen Signal-ID in der Produktdatei geben, was nicht zulässig ist.

Daher gibt es diese Einstellung Moduloffset pro Stich, mit der anstelle der ursprünglichen Modulnummer für jeden Stich eine neue Modulnummer berechnet wird. Der Offset wird über Multiplikation des hier eingestellten Werts mit der Stichnummer berechnet.

Die Signal-IDs der Signale in der ersten Instanz (Stich 1) hätten eine Modulnummer, die gleich der Einstellung Moduloffset pro Stich ist. In der zweiten Instanz (Stich 2) hätten die Signale eine Modulnummer 2 x Moduloffset pro Stich usw. bis n x Moduloffset pro Stich.

Am Beispiel des Default-Wertes (10000):

Moduloffset pro Stich

Stichnummer

Modulnummer in Signal-ID

10000

1

10000

10000

2

20000

10000

3

30000

10000

4

40000

10000

5

50000

Wählen Sie den Offsetwert so, dass es zu keiner Kollision mit anderen Modulnummern im System kommt!

Reversieren wird zusammen mit vorherigem Messort betrachtet

Diese Option ist bei aufeinander folgenden reversierenden Messorten ab dem zweiten Messort zu aktivieren. Im Normalfall erwartet ibaQDR, dass die Eingangslänge jeweils mit der Ausgangslänge des vorherigen Stiches übereinstimmt. Falls jedoch mehrere Reversiermessorte hintereinanderliegen, so ist die Eingangslänge mit der Ausgangslänge des zuvor durchlaufenen Messorts zu vergleichen.

Eine typische Anwendung für die Aktivierung dieser Option ist die Kombination aus Staucher und Vorgerüst. Diese beiden Gerüste liegen oft räumlich nah beieinander und das Material durchfährt beim Reversieren beide Gerüste. Beim Messort für das Vorgerüst (aus Sicht des Materialflusses nach dem Staucher) sollten Sie daher diese Option aktivieren.

Bandkopf und -ende spiegeln

Aktivieren Sie diese Option bei einem Messort, wenn sich die Produktionsrichtung im Vergleich zum vorherigen Messort umgekehrt hat. Dies ist z. B. bei Trägerwalzstraßen nach dem Quertransport des Materials auf den nächsten Rollgang der Fall, wo die Produktion in entgegengesetzter Richtung läuft.

Fehlende Stiche überspringen

Diese Option wurde insbesondere für gekoppelte Reversierende Messorte, z. B. bei Staucher-Vorgerüst-Kombinationen geschaffen. Im Reversierbetrieb kommt es vor, dass der erste Teil (Staucher) nicht immer genutzt wird. Das heißt, dass das Vorgerüst mehr Stiche fahren kann als der Staucher.

Wenn Sie diese Option beim Messort für den Staucher aktivieren, dann werden die "fehlenden" Stiche im Vergleich zum Vorgerüst berücksichtigt.

Die folgende Abbildung zeigt die Einstellung für den Messort des Stauchers.

Beispiel (theoretisch)

Die folgende Abbildung zeigt die Trendkurven von vier Messorten. Die ersten beiden Messorte sind Standardmessorte, der dritte ist ein reversierender Messort und der vierte ist wieder ein Standardmessort.

Zu sehen sind die Längenwerte (rot und blau), die ID (grün), die Stichnummer (braun) und das digitale "Letzter Stich"-Signal (blau).

Nach jedem Stich werden die Längensignale einlauf- und auslaufseitig auf null zurückgesetzt. Die Werte für Tracking-ID und Stichnummer können nach einem Stich auf dem Wert bleiben (wie im Beispiel) oder auf null gesetzt werden. Solange Tracking-ID und Stichnummer nicht null sind, werden die zeitbasierten Messdaten für den betreffenden Stich aufgezeichnet.

Beachten Sie, dass die Stichnummerierung abhängig von der Einstellung in der Konfiguration der QDR-Datenaufzeichnung abhängt, siehe auch Grundeinstellungen der Datenaufzeichnung.