In einem Multistation-Verbund kann ein Trigger eines Teilnehmers dazu verwendet werden, die Datenaufzeichnung auf einem anderen Teilnehmer zu starten oder zu stoppen. Für diesen Zweck gibt es "globale Trigger". Globale Trigger ist eine Eigenschaft der Triggermodule, die in den allgemeinen Moduleinstellungen aktiviert oder deaktiviert werden kann. Wenn diese Eigenschaft auf True gesetzt wird, dann gelten alle Triggersignale in diesem Modul als globale Trigger und können für die Steuerung der Datenaufzeichnung an einem anderen Teilnehmer verwendet werden.

In der Datenaufzeichnungskonfiguration aller anderen Teilnehmer im Multistation-Verbund steht das globale Triggermodul dann zur Verfügung und kann ausschließlich im Start- oder Stopp-Trigger-Pool aktiviert werden.

Das globale Triggermodul wird mit einer Zeile und Angabe des ursprünglichen Teilnehmers im Trigger-Pool aufgeführt. Es kann nur als Ganzes aktiviert werden, der Zugriff auf einzelne globale Triggersignale ist nicht möglich. Im Sinne einer logischen ODER-Verknüpfung wird ein Trigger ausgelöst, wenn eines der globalen Triggersignale (in der Quelle) auslöst.

Wenn ein globaler Trigger auslöst, dann wird vom betreffenden Teilnehmer eine Nachricht über die Datenverbindungen (Netzwerk) an alle anderen Teilnehmer gesendet. In dieser Nachricht sind u. a. folgende Informationen enthalten:

  • Name des auslösenden Triggers

  • Triggerbedingung

  • Name des Multistation-Teilnehmers, bei dem der Trigger aufgetreten ist

  • Präziser Zeitstempel

  • Synchronisierter Sample-Zähler (für synchronisierten Betrieb)

Mit der Übertragung der Sample-Nummer wird sichergestellt, dass das Triggerereignis in allen Messdateien an der gleichen Sample-Nummer eingetragen wird. Da alle Systeme die Samples absolut synchron zählen, ist damit eine eindeutige Zuordnung gegeben. Lediglich durch unterschiedliche Triggervorläufe und -nachläufe bei der Aufzeichnungskonfiguration können in den Messdateien unterschiedliche Abstände, z. B. vom Startzeitpunkt der Messdatei bis zum Triggerereignis, liegen.

Mit der Übertragung des Triggernamens wird die Information zur Verfügung gestellt, welches Ereignis den Trigger ausgelöst hat. Da der Triggername für die Bildung des Messdateinamens verwendet werden kann, lassen sich somit Messdateien erzeugen, die eindeutig einem Triggerereignis zuzuordnen sind.

Damit der Triggername in den Dateinamen aufgenommen werden kann, müssen Sie im Konfigurationsdialog der Datenaufzeichnung unter Dateien die Option "Trigger-Name hinzufügen" aktivieren.

Die Option ist nur verfügbar, wenn in den Trigger-Einstellungen der Aufzeichnung "Start-Trigger-Pool verwenden" oder "Stopp-Trigger-Pool verwenden" als Triggerart ausgewählt wurde.

Beispiel

Die Abbildung zeigt als Beispiel eine Konfiguration bestehend aus 4 ibaPDA-Systemen.

Im System "ibaPDA C" ist ein Trigger mit Namen T_01_PDA-C definiert, der zur Gruppe der globalen Trigger gehört. Wenn der Trigger in System "ibaPDA C" auslöst, dann wird über die Datenverbindung via Netzwerk eine Nachricht mit dem Triggerereignis an alle anderen Teilnehmer des Multistation-Verbunds geschickt.

Wenn in den anderen Teilnehmern Datenaufzeichnungen mit den globalen Triggern z. B. im Start-Trigger-Pool konfiguriert sind, dann werden quasi zeitgleich auch dort jeweils Aufzeichnungen gestartet. Wenn Aufzeichnungen von einem Trigger-Pool gestartet oder gestoppt werden, dann werden die auslösenden Ereignisse als Infofelder in die Messdatei geschrieben. Für einen Start-Trigger, finden sich im Info-Zweig der Messdatei die folgenden Infofelder:

  • "start_event", gefolgt vom Signal bzw. Triggernamen

  • "start_event_expression", gefolgt von einem Ausdruck, mit dem das Signal berechnet wird.

Entsprechend gibt es für den Stopp-Trigger die Infofelder "stop_event" und "stop_event_expression". Damit die erzeugten Messdateien einfach mit dem Triggerereignis in Verbindung gebracht werden können, wurde die Option "Trigger-Name hinzufügen" in der Datenaufzeichnungskonfiguration auf allen Systemen gewählt. Die Messdateien der einzelnen Systeme tragen dann den Triggernamen T_01_PDA-C im Dateinamen.

Um die Messdateien später in ibaAnalyzer auseinanderhalten zu können, beginnen die Dateinamen mit dem Namen des jeweiligen ibaPDA-Systems, wie in diesem Beispiel B_T-01_PDA-C.dat für das System "B".

Zusätzlich werden in die Messdateien noch die Infofelder "start_event_type" für Start-Trigger und "stop_event_type" für Stopp-Trigger eingefügt. Diese Infofelder geben an, welcher Triggertyp die jewilige Messdatei getriggert hat. Die Infofelder können folgende Werte haben:

Wert

Bedeutung

0 (local)

Das ist ein lokaler Trigger.

1 (external synchronized)

Das ist ein synchronisierter, externer Trigger.

2 (external unsynchronized)

Das ist ein nicht synchronisierter, externer Trigger, dessen Zeitstempel mit den lokalen Daten synchronisiert werden konnte.

3 (external unsynchronized invalid time)

Das ist ein nicht synchronisierter, externer Trigger, dessen Zeitstempel beim Empfang mehr als 5 Sekunden von der aktuellen UTC-Zeit abgewichen ist. Es wurde zwar eine Messdatei erzeugt, aber der Trigger-Zeitstempel wurde auf die aktuelle UTC-Systemzeit geändert.

Anzeige der Informationen in ibaAnalyzer

Die folgende Abbildung zeigt eine geöffnete Messdatei mit Infofeldern für den Start-Trigger mit Namen, Ausdruck und Typ.