Mit der folgenden Anleitung integrieren Sie schrittweise das ibaBM-DP-Gerät in ibaPDA und konfigurieren Messsignale. Die Beschreibung bezieht sich auf den 32Mbit Flex-Modus, siehe Kapitel Geräteeinstellung 32Mbit Flex-Modus und Kapitel Datenerfassung 32Mbit Flex.
Besonderheiten und Abweichungen, die beim Kompatibilitätsmodus 32Mbit zu berücksichtigen sind, finden Sie in Kapitel Hinweise zum Kompatibilitätsmodus 32Mbit.
Hinweis |
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Vergewissern Sie sich, dass der Betriebsmodus 32Mbit Flex mit Hilfe der Drehschalter S1 und S2 eingestellt ist, siehe Kapitel Geräteeinstellung 32Mbit Flex-Modus. Die grundlegenden Geräteeinstellungen wie Netzwerkeinstellungen, Kennwort etc. sollten vorher über das Webinterface vorgenommen werden. ibaPDA erlaubt die Festlegung der PROFIBUS-Slave-Adressen und die Konfiguration der analogen und digitalen Messsignale. Die folgende Beschreibung bezieht sich auf ibaPDA ab Version 6.32.0. |
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Vorbereitung
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Stellen Sie die Spannungsversorgung her und schalten das Gerät ein, siehe Kapitel Anzeigeelemente.
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Stellen Sie eine LWL-Verbindung vom TX-Anschluss des Geräts zu einem freien RX-Eingang einer ibaFOB-D-Karte her und eine LWL-Verbindung vom RX-Anschluss des Geräts zum entsprechenden freien TX-Ausgang der ibaFOB-D-Karte.
Die TX/RX Anschlüsse der ibaFOB-D-Karte gehören paarweise zusammen, d. h. Sie können nicht beliebige freie TX/RX-Anschlüsse verwenden.
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Dunkelgraue LWL-Anschlüsse sind empfangende RX-Eingänge.
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Hellgraue LWL-Anschlüsse sind sendende TX-Ausgänge.
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Starten Sie den ibaPDA-Client
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Öffnen den I/O-Manager
.Auf der linken Seite im I/O-Manager sind die verfügbaren Systemschnittstellen dargestellt.
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Wählen Sie die richtige ibaFOB-D-Karte aus und markieren Sie den Link, an dem ibaBM-DP angeschlossen ist.
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Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Link und wählen Autom. Erkennung aus.
Das Gerät wird automatisch erkannt und im Modulbaum angezeigt. Je nach eingestellter Flex-Adresse (Schalter S2) erscheint das Gerät an der entsprechenden Adressposition 1 – 15. Siehe auch Kapitel Geräteeinstellung 32Mbit Flex-Modus.
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Alternativ kann das Gerät auch manuell hinzugefügt werden, indem Sie über das Kontextmenü Modul hinzufügen – ibaBM-DP auswählen.
Je nach eingestellter Flex-Adresse (Schalter S2) müssen Sie das Gerät noch per Drag & Drop auf die korrekte Adressposition verschieben. Siehe auch Kapitel Geräteeinstellung 32Mbit Flex-Modus.
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Stellen Sie im Register Allgemein die Parameter des ibaBM-DP ein.
Wichtig sind hier die folgenden Parameter:
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Name: Vergeben Sie einen sinnvollen Namen für das angeschlossene Gerät.
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Zeitbasis: Stellen Sie hier die Zeitbasis ein, mit der die Daten des Gerätes in ibaPDA erfasst werden sollen.
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Entscheiden Sie, ob ibaBM-DP mit aktiven Slaves und/oder nur als Sniffer arbeiten soll.
Wenn das Gerät auch mit einem oder mehreren aktiven Slaves an den PROFIBUS angeschlossen werden soll, ist zunächst die PROFIBUS-Projektierung auf Steuerungsebene vorzunehmen, um die Slave-Nummern der aktiven Slaves des Gerätes festzulegen, siehe Kapitel Betrieb als aktiver Slave.
Des Weiteren werden die PROFIBUS-Parameter aller Teilnehmer benötigt, deren Daten gemessen werden sollen (Slave-Nr., Länge der Eingangs- und Ausgangsdaten und Datentypen). Diese werden auch für den reinen Sniffer-Betrieb benötigt.
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Fügen Sie unter dem "ibaBM-DP" Gerätemodul ein Modul hinzu. Hierzu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das "ibaBM-DP" Gerätemodul und wählen über das Kontextmenü Modul hinzufügen aus der Liste das gewünschte Modul.
Wahlweise können Sie für das Hinzufügen eines Moduls auch den blau hinterlegten Befehl "Klicken um Modul anzufügen…" unter dem entsprechenden Busanschluss anwählen. Je nach vorhandener Lizenz stehen folgende Module zur Auswahl:
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Aktiver Slave, Sniffer, Aktiver Slave Decoder, Sniffer Decoder, Slave-Diagnose, Bus-Diagnose
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Mit zusätzlicher ibaPDA-Lizenz: S7 Request, S7 Request Dekoder, FM458 Request, TDC Request.
Informationen zu diesen Modulen finden Sie in den entsprechenden Produkthandbüchern.
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Aktiven Slave konfigurieren (Modul "Aktiver Slave")
Mit diesem Modul erzeugen Sie einen einzelnen aktiven Slave auf ibaBM-DP, an den der Master des PROFIBUS-Strangs direkt Daten senden kann.
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Tragen Sie im Register Allgemein unter Slave Nummer die Adresse des Slaves (wie in der Projektierung der Steuerung vorgesehen) ein.
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Unter Busnummer können Sie den PROFIBUS-Strang (0: Stecker X40, 1: X41) eingeben, an dem der aktive Slave betrieben wird.
Wenn Sie mehrere aktive Slaves betreiben wollen, dann fügen Sie weitere Module vom Typ "Aktiver Slave" hinzu.
Eine detaillierte Beschreibung des Moduls "Aktiver Slave" finden Sie in Kapitel Modul Aktiver Slave.
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Tragen Sie anschließend im Modul „Aktiver Slave“ im Register Allgemein die Anzahl Analogsignale und die Anzahl Digitalsignale ein. Standardvorbelegung ist 64, maximal sind 512 Analog- und 512 Digitalsignale pro Modul möglich, in Summe über alle Module bis zu 1024 Analog- und 1024 Digitalsignale. Dieser Wert bestimmt die Länge der Signaltabellen in den Registern Analog und Digital.
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Tragen Sie im Register Analog der Reihe nach die Signale ein, die aufgezeichnet werden sollen. Geben Sie dabei jedem Signal eine Bezeichnung (Spalte Name) und geben über die Spalten I/O, Adresse und Datentyp die Information vor, wo das Signal in der Schnittstelle des Slaves zu finden ist.
Hinweis

Durch Klick auf das Kopffeld einer Spalte werden die Einstellungen der darunter liegenden Zeilen automatisch vervollständigt.
Beispiele:
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Sie wollen ab einer bestimmten Zeile einen anderen Datentyp einstellen: Ändern Sie den Datentyp in der ersten betroffenen Zeile und klicken Sie auf das Kopffeld Datentyp. In allen darunterliegenden Zeilen wird automatisch der Datentyp ebenfalls geändert.
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Sie wollen die Adressen abhängig von den eingestellten Datentypen automatisch berechnen lassen: Stellen Sie in der ersten Zeile die richtige Adresse ein (üblicherweise die 0) und klicken Sie dann auf das Kopffeld Adresse. Unter Berücksichtigung der eingestellten Datentypen werden nun automatisch die Adressen der Reihe nach ausgefüllt.
Ähnliche Funktionen stehen bei den anderen Spalten ebenfalls zur Verfügung.
Dadurch lässt sich der Projektierungsaufwand reduzieren.
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Stellen Sie bei Bedarf in den Spalten Gain und Offset einen Skalierungswert der Signale ein, um diese auf physikalische Einheiten umrechnen zu können.
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Für die Digitalsignale im Register Digital gehen Sie wie oben beschrieben vor. Ein Datentyp wird nicht angegeben. Der Adressoffset wird hier in 1-Byte-Schritten vorgegeben und das einzelne Signal über die Bit-Nummern 0 bis 7 adressiert.
Sniffen am PROFIBUS (Modul "Sniffer")
Mit diesem Modul erzeugen Sie an dem jeweiligen Bus einen Sniffer, der existierenden Telegramm-Verkehr zwischen Master und Slaves in dem PROFIBUS-System aufzeichnen kann.
Eine detaillierte Beschreibung des Moduls "Sniffer" finden Sie in Kapitel Modul Sniffer.
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Tragen Sie anschließend im Register Allgemein die Anzahl Analogsignale und die Anzahl Digitalsignale ein. Standardvorbelegung ist 64, maximal sind 512 Analog- und 512 Digitalsignale je Modul möglich, in Summe über alle Module 1024 Analog- und 1024 Digitalsignale. Dieser Wert bestimmt die Länge der Signaltabellen in den Registern Analog und Digital.
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Die Projektierung der Signale in den Registern Analog und Digital erfolgt wie im Modul "Aktiver Slave". Zusätzlich muss hier noch in der Spalte Slave angegeben werden, von welchem Slave die Daten erfasst werden sollen.
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Stellen Sie bei Bedarf in den Spalten Gain und Offset einen Skalierungswert der Signale ein, um diese auf physikalische Einheiten umrechnen zu können. Beim Sniffen ist eine Skalierung in der Regel erforderlich, da die Daten in normierter Form über den PROFIBUS an den Slave übertragen werden.
Bei einer SIMATIC ET200 AO Baugruppe wird beispielsweise ein +/-10 V Signal mit dem Wertebereich –27648 bis 27648 (entspricht -10 V bis +10 V) übertragen. Die ursprüngliche physikalische Bedeutung ergibt sich aus dem Steuerungsprogramm.
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Falls größere Mengen digitaler Signale zu erfassen sind (z. B. Status- / Steuerwörter von einer großen Anzahl von Antrieben) bietet sich die Verwendung der Module "Sniffer Dekoder" und "Aktiver Slave Dekoder" an. Für eine detaillierte Beschreibung siehe Kapitel Modul Sniffer Decoder und Modul Aktiver Slave Decoder.
Konfiguration abschließen und prüfen
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Wenn alle Signale projektiert sind, wenden Sie mit <OK> oder <Übernehmen> die Konfiguration an.
Bei der folgenden Validierung wird die Konfiguration geprüft und auf ibaBM-DP übertragen. <OK> schließt anschließend den I/O-Manager, vorausgesetzt bei der Validierung sind keine Warnungen oder Fehler aufgetreten.
Sie können natürlich auch während der Projektierung die Konfiguration schrittweise anwenden, um die bisherige Konfiguration auf Gültigkeit zu prüfen.
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ibaBM-DP bietet umfangreiche Diagnosemöglichkeiten für die PROFIBUS-Systeme. Sehr hilfreich ist ein Blick auf das Register Diagnose im Gerätemodul. Hier werden die erkannten Master und Slaves und ihr jeweiliger Zustand für die beiden PROFIBUS-Systeme angezeigt.
Das Register Profibus Browser zeigt Detailinformationen zu den beiden PROFIBUS-Systemen (z. B. Busumlaufzeit) sowie über die vorhandenen Ein- und Ausgangsbereiche der einzelnen Slaves.
Genauere Informationen zu den Diagnosefunktionen finden Sie im Kapitel Modul Slave-Diagnose.













